Die »Kanalstadt«

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Es bedarf einer Rechtfertigung, wenn der Vertreter einer empirischen Wissenschaft, dessen Aufgabe es ist, das Wesen und den Wert der Länder im irdischen Wirkungs gefüge zu erforschen und darzustellen, sich an­ schickt, über einen Gegenstand zu sprechen, den es noch nicht gibt und von dem im Augenblick nicht mit Sicherheit zu sagen ist, ob es ihn in einem überschaubaren Zeitraum geben wird, und ob die Parlamente von Frank­ reich und dem Vereinigten Königreich den Vorlagen ihrer Regierungen zustimmen werden, die sie zur positiven Entscheidung vorbereitet haben: einen Tunnel zwischen Dover und Calais zu bauen. Doch ist es verständlich, wenn der Geograph aus dem Studium der Ab­ sichten und Vorstellungen der Vergangenheit, aus seiner ihm in der wissen­ schaftlichen Arbeitsteilung anheimgefallenen Aufgabe, am Gestaltplan der Gegenwart mitzuarbeiten, auch in die nahe Zukunft blickt. Die Gegenwart drängt in die Zukunft. Schon stehen Hüttenwerke und Raffinerien, petro­ chemische Werke, Kernkraftwerke zwischen langen Badestränden und Fremdenverkehrsorten längs der Kanalküsten und an der Nordseeküste, durch dichte Verkehrsnetze verbunden. Die Auseinandersetzungen zwischen den Funktionen werden nicht ausbleiben, es wird mit Bedacht auf räum­ liche Ordnung der nicht immer untereinander verträglichen Daseins­ funktionen zu achten sein. Schon der Überblick über die Gegenwart läßt die möglichen Konzeptionen für die Zukunft erkennen, ohne in prognosti­ sche Unwirklichkeiten verfallen zu müssen.