Integration und politische Unterstützung

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Deutschland ist ein Einwanderungsland. Eine solche Vermutung drängt sich aug- scheinlich als Schlussfolgerung auf, wenn man Ergebnisse des Mikrozensus aus dem Jahre 2005 betrachtet, welche am 6. Juni 2006 vom Statistischen Bundesamt v- gestellt wurden. Hierbei sind erstmals unter den Befragten Daten zu ihrem ‚Migrationshintergrund’ erhoben worden. Zu diesen Personen mit Migratio- hintergrund zählt das Bundesamt zugewanderte Ausländer, in Deutschland geborene Ausländer, eingebürgerte Ausländer, Spätaussiedler und die Kinder dieser vier Gruppen. Nach diesen neuen Erkenntnissen stehen den 7,3 Millionen Ausl- dern weitere 8 Millionen Deutsche mit Migrationshintergrund gegenüber – i- gesamt fast 20 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung und somit mehr als doppelt so hoch wie die bisher bekannten Ausländerzahlen. Das Statistische Bundesamt verspricht sich von dieser Quantifizierung, den ‚Integrationsbedarf’ besser abschätzen zu können, vermeidet aber explizit die Verwendung des Begriffs ‚Einwanderungsland’ (vgl. Statistisches Bundesamt 2006: 73). Unabhängig von der Wahl solcher Begrifflichkeiten ist es mittlerweile breiter politischer Konsens, dass sich das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unter dem Dach einer Grundordnung zu einem der Top-Themen auf der politischen Agenda westlicher Industrienationen entwickelt hat. Die Ursache hierfür ist grundsätzlich in Wanderungsbewegungen zu sehen, welche im europäischen bzw. im internationalen Raum angestiegen sind, was zeigt, dass der Wunsch nach einem Leben in physisch sicheren und wirtschaftlich wo- habenden Nationen ungebrochen ist.